Simmerberger Bio Bier

und das Reinheitsgebot

Urig. Ehrlich. Echt.

Brautradition seit 1706

Die historische Aktenvermerke der Simmerberger Brauerei liegen mehr als 300 Jahre in der Zeitgeschichte zurück.

Die ungeheuerliche Logistik der Rödler

Die "Rodordnung" der "Salzstrasse" datiert aus dem 16-ten Jahrhundert.

Die Strasse wurde in Tagesetappen eingeteilt. Ein solches Etappenziel war der Rödlerplatz "Simmerberg". In diesen Zeiten bestand Simmerberg aus 7 Häusern. Die Rödler waren, durch die Rodordnung, konzessionierte Fuhrleute, die das Recht zum Transport des Salzes hatten. Sie wurden verpflichtet, hier, in dem heutigen Gasthaus "Adler", zu speisen und übernachten. Die Ladungen (speziell Salz) mussten in dem "Salzstadel" auf der gegenüber liegenden Seite der Straße abgelagen werden. Tag für Tag wurden 300 Pferde von Simmerberg aus in beide Richtungen bewegt. In einem Jahr wurden 15.850 Fässer Salz verfrachtet. 3.952 t nur Salz!

("rod" =Reihe, "rödeln" = Verfrachten von Salz)

1660

Laut überlieferten Unterlagen erwirbt der Salzfaktor Leo Hackspihl in diesem Jahr die Wirtschaft mit  Tafelgerechtigkeit "Zum Adler", das heutige Gasthaus "Adler", wohl als gute Einnahmemöglichkeit.

Die Hagspihlsche Einkehr in Simmerberg war mit hausgebrautem Bier, vier Sorten besten Seewein, Viktualien aller Art, Fische und Geflügel auf der Speisekarte bekannt.

1706

Leo Hackspihl überschreibt die Brauerei seinem Sohn Josef und zieht nach Lindau um. Aus einer Urkunde vom 21. Februar 1706 geht hervor, dass man in den Kellerräume der sogenannten "Höllloch" das übliche für die damalige Zeit Braunbier brauen und ausschenken darf. Im 18. Jahrhundert waren die Hausbrauereien keine Seltenheit. Das Bier wurde in offen befeuerten, nicht rostfreien Kesseln hergestellt, ohne die notwendigen Qualitätskontrollen. Die Gärung war, mangels Kenntnisse (z.B. über die Hefe), dem Zufall überlassen. Louis Pastuer hat erst 1861 die Auswirkung der Hefe auf dem Gährungsprozess entdeckt. Da das Bier weder haltbar noch transportierbar war, hat jede Tafelwirtschaft eigenes Bier im Keller gebraut.

Da Josef Hackspihl sich nicht entscheiden kann, ob er sich der Brauerei oder mehr der Landwirtschaft widmen sollte, gründet er eine Aktiengesellschaft.

Der Vorstand leitete die Brauerei und er kümmerte sich um die Landwirtschaft.

1851

Am 16. März 1851 erwarb der weltberühmten, wohlhabende Pferdehändler aus Lindenberg Engelbert König die Taferne, samt Brauerei und 16 Hektar Grund, zum Kaufpreis von 16400 fl.

1875

Der geschäftstüchtiger Unternehmer beginnt mit der Bau einer neuen, moderneren Brauerei direkt auf dem Grundstück neben der Taferne.

1876

Die Familie König verlagert die Simmerberger Brauerei von dem so genannten „Höllloch“ nach und nach auf die gegenüberliegende Straßenseite. In der Folgezeit wurden ein Sudhaus und ein Lagerkeller errichtet.

1895

Am 16. November verunglückt Engelbert König tödlich.

1897

Sein einziger überlebender Sohn von neun Kindern, der mittlerweile 30 jähriger Bonaventura König hat eine solide Ausbildung in Brau-Wesen. Er ließ die Brauerei umbauen und modernisieren. Ab diesem Zeitpunkt braut die Brauerei 60.000 bis 80.000 Hektoliter Bier. Um Lagermöglichkeiten zu erschaffen, veranlasst Bonaventura König den Bau von einigen hundert Laufmetern doppelwandige Kellerstollen. 

5840 qm Baustelle

686.000 DM Kosten

Mit der Zeit entwickelt sich die Aktienbrauerei Simmerberg als der wichtigste Arbeitgeber im Ort und Umgebung.

Zum "lebenden" und "toten" Inventar zählten unter anderem:

18 Pferde, "40 Wagen, 40 Schlitten, 20 Betten für Knechte und Bräuer (die Ledigen wurden in Nebengebäude untergebracht).

Laut Notarurkunde vom 03. Juli 1897 gründete er die erste Aktiengesellschaft, in Amtsbezirk Lindau.

1990

In dieser Zeit entsteht der sogenannte "Biervertrag", d.h. die Gaststätte "Adler" ist in Sachen Bier an die Aktienbrauerei Simmerberg gebunden.

ab 1914

Die Aktienbrauerei erleidet in den beiden Weltkriegen viele Rückschläge. Im I. Weltkrieg ging der Besitz von 30 bis auf sieben Häuser zurück. Da es keine Rohrstoffe gab, braute man nur noch ca. 5000 Hektoliter Bier.

Nach dem Krieg ging es der Brauerei sehr schlecht. Die Brauerei "Karg" in Heimenkirch setzt eine "feindliche" Übernahme" durch. Die Brauerei ist an ihrem tiefsten Punkt angekommen. Sie veröffentlicht ihre eigene Anteile.

Gegen Ende des II. Weltkrieges wurden die kleinen Brauereien im Allgäu abgebaut und als Kriegsgeld abgegeben.

1944

Der damalige Vorstand machte, lange vor dem Krieg, Bekanntschaft mit den Pharmaproduzenten Gödecke aus Berlin. Da die Mälzerei leer stand, wurde der Pharmakonzern 1944 um Hilfe gebeten, die Pharma-Produktion nach Simmerberg zu verfrachten. Während dieser Zeit hat der Pharmakonzern Medikamente für die Wehrmacht produziert. Aus diesem Grund blieb die Brauerei erhalten.

1945

Nach dem II. Weltkrieg ist Simmerberg von den Franzosen besetzt. Es hiesst wieder, dass die Brauerei geschlossen werden müsste.

Gödecke hat während des Krieges Tabak eingelagert, der von den Franzosen beschlagnahmt wurde. Da aber sie was zum Trinken brauchten, blieb die Brauerei wieder erhalten.

1992 - heute

Die alte Mälzerei und das Lager werden abgerissen und ein Teil der Brauerei zur Erlebnisgastronomie umgebaut.

Der große Ziegelbau ist das Markenzeichen des Ortes: ansprechend renoviert mit stilvollen Wandmalereien von außen. Die großzügige Räumlichkeiten innen bieten genügend Platz für private oder geschäftliche Feier.

An der Wände sieht man die weiß-blaue Fliesen des Maschinenraumes der alten Brauerei von 

1897, so wie ganz hinten im Raum die stillgelegten alten Sudkessel.

Die beide neue Sudkessel der modernisierte Brauerei brauen wöchentlich nach dem Reinheitsgebot feingewürzte Rödler Trunk, Gold, heller und dunkler Weizen, Pils und Bock.

Dank dem Braukessel-Ausschank können die Taferne-Gäste in dem historisch eingerichteten Räumen kulinarische Köstlichkeiten genießen und das selbstgebrautes Simmerberger Bier vor Ort probieren.

Der große Biergarten bietet zahlreiche schattige und sonnige Plätze, einen Küchen,- und Wildkräutergarten und einen Kinderspielplatz.

Erlebnis pur!

Unser Bio Bier:

erlesenen Grundzutaten

Wissen

Erfahrung

handwerkliches Geschick

Leidenschaft 


 Buchen Sie eine Brauereibesichtigung und überzeugen Sie sich selbst. 

Unser "deftiger" Rat: Probieren Sie unseren Bier-Kutschers-Braten oder die Haxe in Dunkelbier-Sauce mit Knödel und Sauerkraut.

 DAS REINHEITSGEBOT

der Erlass des bayerischen Herzoges Wilhelm IV. aus dem Jahre 1516

Damals hat  beim Treffen des Landadels und der Ritterschaft in Ingolstadt folgendes bekannt gegeben und verbindlich für ganz Bayern gemacht:

"Wir wollen auch sonderlichen, dass fortan allenthalben in unseren stetten, märkten und auf dem lande zu keinem pier merer stukh dann allain gersten, hoppfen und wasser genommen und gepraucht sölle werden."

Die Bräustatt früher....

Brauerei Skizze von 1897, München

Abriss der alten Malzerei im 1992

Umbau des Maschinenraums der Brauerei im 1992

Die Bräustatt heute....